Thomas Strohmeyer ist Senior General Manager bei Aspria und leitet den Aspria Club in Hannover. Er war schon immer sehr sportlich, hat aber 2015 eine ganz besondere Leidenschaft entwickelt – für Triathlon. Wie es dazu kam, was ihn so sehr an Triathlon begeistert und welche Rolle seine Familie dabei spielt, erfahren Sie hier:
Wann hat Deine Begeisterung für Triathlon begonnen und was war der Auslöser für diese neue Leidenschaft?
Wann aus einer reinen Aufmerksamkeit für den Triathlon-Sport die große Begeisterung wurde, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Lange war Triathlon in meiner Wahrnehmung nur etwas für Wahnsinnige – oder für wahnsinnig fitte Menschen. Der Auslöser, mich mehr mit Triathlon zu beschäftigen, war dann mein Sohn, der mit 9 Jahren Lust, mal Triathlon auszuprobieren. Ich glaube, weil er damals gehört hat, dass Nico Rosberg Triathlon macht. Naja, er fing an, für einen Triathlon zu trainieren und so zog der Wahnsinn und die Begeisterung dann langsam bei uns ein. Das ist jetzt über 7 Jahre her. Unser Sohn macht den Sport nach wie vor und sehr intensiv. Er hat sehr ehrgeizige Ziele und daher dreht sich bei uns zuhause sehr viel um diesen Sport.
Hast Du erstmal „nur“ zugeschaut und bist erst später aktiv geworden oder bist Du direkt ins Training eingestiegen?
Erstmal, und das für sehr lange, habe ich nur zugeschaut. Wie gesagt, damals dachte ich, es sind nur völlig durchgeknallte Athleten, die Triathlon machen. Schwimmen, Radfahren und Laufen an unterschiedlichen Tagen konnte ich mir gut vorstellen, aber alles hintereinander und am selben Tag lag außerhalb meiner Vorstellungskraft. Ich habe mich dann langsam und Schritt für Schritt als Anfänger-Triathlet rangetastet. Wir waren als Familie von Frühjahr bis Herbst regelmäßig auf Wettkämpfen unterwegs und irgendwann war ich es dann leid, nur Betreuer, Fahrer oder Fahrradpfleger zu sein. Ich hatte inzwischen die unterschiedlichen Formate und Distanzen kennengelernt und habe gemerkt, dass nicht alle Triathleten wahnsinnige Übermenschen sind, sondern ganz normale Ausdauersportler. Und es stellt sich für mich heraus, dass durch die Abwechslung es eigentlich weniger anstrengend war, einen kurzen Triathlon zu machen, als zum Beispiel einen Halbmarathon zu laufen.
Was ist es, was Dir so gut gefällt?
Es ist bei uns so, dass sich die ganze Familie für den Sport begeistert und sich in unserer Freizeit vieles um Triathlon und um den Triathlon-Trainingsplan dreht. Faszinieren tut mich besonders die Kombination aus körperlicher und mentaler Herausforderung sowie die Entwicklung der Technik unter Berücksichtigung physikalischer Gesetze. Mit einer Verbesserung der Aerodynamik lässt sich halt auch der ein oder andere Trainingsrückstand kompensieren. Und es ist ein tolles Gefühl, eigene Grenzen bei der Fitness oder im Kopf wieder etwas verschoben zu haben!

Wie viele Wettkämpfe hast Du schon bestritten und was steht als Nächstes an?
Für mich ist jede frühe Laufeinheit oder jedes Schwimmtraining ein Wettkampf mit mir selbst. Aber ich glaube das ist bei der Frage nicht gemeint. Ich habe noch nicht sehr viel eigene Wettkampferfahrung. Ich habe jetzt fünf kurze Wettkämpfe absolviert und zweimal eine olympische Distanz bestritten. Nach wie vor stehen die Wettkämpfe unseres Sohnes im Vordergrund. Dennoch verfolge ich einen Lebenstraum und möchte einmal gerne einen Ironman Triathlon absolvieren. Dieses Ziel sitzt schon sehr lange bei mir im Kopf und lässt mir keine Ruhe.
Was war bislang Dein größtes persönliches Erfolgserlebnis in Sachen Triathlon?
Mein erster Wettkampf: 500 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen. Das geschafft zu haben, war ein schönes Erlebnis. Damals wollte ich es auch eigentlich nur einmal ausprobieren. Mit einer Badehose zwischen all den Athleten mit Neoprenanzügen am Start zu stehen, fühlte sich etwas komisch an. Und auch beim Fahrrad wollte ich nicht gleich meine Ersparnisse für ein aerodynamisches Triathlon Rad aufwenden und habe den Wettkampf mit einem klassischen Hollandrad mit Körbchen vorne am Lenker absolviert. Ich glaube ich war der letzte Teilnehmer im Ziel. Hat sich trotzdem gut angefühlt!
Unabhängig vom Triathlon-Training, wie ist Deine reguläre Trainingsroutine – wie bist Du sportlich aktiv und was machst Du zur Entspannung?
Ich halte mich selbst für sportlich, aber nicht athletisch. Mein Ziel ist es, jeden Tag eine Stunde Sport zu machen und am Wochenende oder an freien Tagen etwas länger. Das hört sich vielleicht viel an, aber eine Stunde sind nur 4 % der gesamten 24 Stunden eines Tages. Und: Durch eine Stunde Sport gewinne ich sogar wieder Zeit im Laufe des Tages, denn ich schlafe besser und schneller ein und bin auch etwas produktiver während des Tages. Lange Rad-Trainingseinheiten mache ich oft auf dem Indoor Bike im Club und schaue mir dabei Filme oder Dokumentationen an. Das ist besser, als dabei auf der Couch zu liegen.
Zur Entspannung mache ich sehr gerne Yoga oder trinke ein (zwei) Glas Wein. Hin und wieder kommt es auch mal vor, dass ich wegen eines guten Essens oder einer Verabredung zum Wein das Training verschiebe. Das ist dann aber auch in Ordnung. Ich räume dem Training schon Priorität ein und verfolge meine Ziele diszipliniert, aber lasse keinen Zwang. Wenn mal etwas dazwischenkommt oder so gar keine Lust für Bewegung vorhanden ist, dann ist das auch in Ordnung.
Was motiviert Dich, wenn Du mal eine weniger erfolgreiche Trainingseinheit absolviert hast oder einfach mal zwischendurch keine Lust auf das Training?
Einfach zu akzeptieren, dass es gute und schlechte Tage für Training gibt, ist da mein persönliches Rezept, um die gute Laune und Motivation zu behalten. Morgen oder nächste Woche geht es dann ganz sich wieder viel besser. Ich mache mich da nicht verrückt, sondern bin mir bewusst, dass alles irgendwann wieder vorbei ist. Nach weniger guten Trainingstagen gibt es irgendwann wieder Tage, an denen ich im Training das Gefühl habe zu fliegen. Oder umgekehrt.
Wie trainierst Du explizit für einen Triathlon?
Da es beim Triathlon ja unzählige Formate und Distanzen gibt, ist das Training auch sehr unterschiedlich. Für mich steht jetzt gerade mein Traum, einmal einen Langdistanz zu absolvieren im Fokus. Das sind 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und anschließend ein Marathon-Lauf. Realistisch plane ich ein, dass ich wahrscheinlich 13-15 Stunden dafür brauche. Daher steht für mich gerade ein lockeres Grundlagenausdauertraining im Vordergrund. Langsam und locker lange Laufen oder Radfahren. Das lässt sich super mit dem ein oder anderen Podcast oder Hörbuch kombinieren, also neben dem Training noch für Information sorgen oder etwas für die Bildung tun. Aber wie gesagt, mein Ziel ist es, nur einmal dies Format zu absolvieren und diesen Traum dann abzuhaken.
Hast Du Tipps für Triathlon-Begeisterte, die bislang andere bei Wettkampf anfeuern, aber sich noch nicht zugetraut haben, selbst aktiv zu werden?
Einfach mal ausprobieren. Pack‘ die Badehose ein, binde die Laufschuhe zu oder leihe Dir ein Fahrrad. Die Triathlon-Gemeinschaft ist wirklich super und nach der körperlichen Herausforderung gibt es auch immer eine tolle Partystimmung. Jeder hat irgendwann mal angefangen und niemand interessiert sich dafür, ob du als 273. oder 502. ins Ziel gekommen bist.
Hast Du in Sachen Triathlon ein Vorbild und wenn ja, wer ist es und warum?
Mein Sohn ist hier mein Vorbild. Durch ihn bin ich überhaupt zum Triathlon gekommen und er begeistert mich nach wie vor jeden Tag dafür. Sam betreibt Triathlon inzwischen sehr ehrgeizig. Er ist Mitglied des Landeskaders in Niedersachsen, Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften und möchte 2028 bei Olympia als Triathlet an den Start gehen. Was ich von meinem Sohn gelernt habe, bzw. er regelmäßig mir sagt: „Gewonnen oder verloren, wird zwischen den Ohren“. Das gilt für Sam bei seinen Zielen im Wettkampf genauso wie für mich im Training und auch im Beruf. Es gibt unzählig gute Gründe heute keinen Sport zu machen. Wenn ich es mir aber wirklich vornehme und möchte, hält mich auch nicht Wetter, ein volles E-Mail-Postfach oder ein Zwicken im Po davon ab.



