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Ein Besuch im Fitnessstudio kann zur Bekämpfung von Depression beitragen. Wir erklären, wie.

Körperliche Betätigung und Sport tragen erwiesenermaßen zur Vorbeugung und Behandlung zahlreicher mentaler Krankheiten bei. Kate Cracknell untersucht die Erkenntnisse.

Viele von uns kennen den Wohlfühleffekt von Sport sehr gut: Man betritt müde und abgeschlagen das Fitnessstudio und am Ende kommt man körperlich und mental erfrischt wieder heraus. Doch auch wenn über die zahlreichen langfristigen Vorteile körperlicher Aktivität berichtet wird, z. B. über ihre Rolle bei der Vorbeugung von Diabetes Typ 2, bestimmter Krebsarten, Herzerkrankungen usw., motivieren uns ehrlich gesagt eher die sofort sichtbaren Ergebnisse.

Sportliche Betätigung verleiht einen sofortigen Wohlfühl-Schub

Ich z. B. weiß, dass ich hauptsächlich ins Fitnessstudio gehe, um mich gut zu fühlen. Nicht einmal, um besser auszusehen, fitter zu werden oder um abzunehmen – das sind natürlich willkommene Zusatzeffekte – sondern einfach, um mich sofort besser, glücklicher, energiereicher und weniger gestresst zu fühlen. Das sind die sofortigen Vorteile, die ich jedes Mal nach einem Training spüre.

Und mit dieser Meinung bin ich nicht allein. In einer britischen Studie der Gesundheitsorganisation MIND gaben 83 % der Befragten an, dass sie trainieren, um ihre Stimmung zu verbessern und Stress zu reduzieren. Sieben von zehn Personen, die regelmäßig ins Fitnessstudio gehen und keine mentalen Gesundheitsprobleme haben, gaben an, dass ihr mentales Wohlbefinden ohne Training leiden würde.

Aber was ist mit den Menschen, die tatsächlich psychische Probleme haben? Verbessert sich ihre Gemütslage ebenfalls durch sportliche Betätigung? Die Antwort: ja, wenn vermutlich auch nicht direkt. Schauen wir uns einige der Erkenntnisse an.

Studien zeigen, dass sportliche Betätigung das Risiko von Depression verringert

Mentale Gesundheitsprobleme stellen weltweit eine wachsende Gefahr dar: Daten aus dem Jahr 2016 belegen, dass ein Sechstel der Bevölkerung an psychischen Problemen leidet, wobei Depression und Angstzustände am häufigsten auftreten. Die WHO schätzt, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen die zweithäufigste Ursache für vorzeitigen Tod und Invalidität sein werden.

Das ist ein ernstes Problem und Sport und körperliche Betätigung haben sich immer wieder als vorteilhaft erwiesen: Studien zeigen, dass bei körperlich aktiven Menschen die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, bis zu 30 % niedriger ist.

Außerdem zeigen die Daten, dass Menschen mit mentalen Erkrankungen im Allgemeinen weniger körperlich aktiv sind als der Rest der Bevölkerung – und dass diese fehlende Aktivität eine der Ursachen der Erkrankung ist. Tatsächlich belegt eine Studie aus dem British Journal of Psychiatry, dass bei Menschen, die „in ihrer Freizeit nicht aktiv waren, die Wahrscheinlichkeit, Depressionssymptome zu entwickeln, fast zwei Mal so hoch war, als bei den meisten aktiven Menschen. Je mehr sich die Probanden in ihrer Freizeit körperlich betätigten, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, depressiv zu werden“.

Sport kann zur Behandlung von Depression verwendet werden

Es gibt auch gute Nachrichten für alle, die bereits an Depression leiden.

Eine aktuelle Studie von Mei Sui der Universität South Carolina, USA, die in diesem Jahr veröffentlicht wurde und auf Erkenntnissen aus 15 Jahren basiert, hat gezeigt, dass eine gute Herz-Kreislauf-Fitness den frühzeitigen Tod von Männern mit Depression verhindern kann. Die Studie hat ergeben, dass bei Männern mit einer zumindest mäßigen Herz-Kreislauf-Fitness die Wahrscheinlichkeit, während des 15-jährigen Zeitraums an einer beliebigen Ursache zu sterben, 46 % geringer war als bei denen mit dem niedrigsten gemessenen Fitnessniveau. Bei den Männern in der höchsten Fitnessgruppe war die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Ablebens um 53 % geringer.

Sport kann bei PTBS und Schizophrenie helfen

Die Universität Manchester in Großbritannien hat spezifische Aspekte der psychischen Gesundheit untersucht. Im letzten Jahr wurden dazu Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass ein individuelles zehnwöchiges Fitnessprogramm einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung der Symptome von Psychosen bei 18 bis 35-jährigen Personen leisten kann. Außerdem kann aerobes Training bedeutend dabei helfen, besser mit Schizophrenie umzugehen. Weitere Bevölkerungsgruppen können ebenso profitieren. Ein bahnbrechendes Forschungsprojekt aus dem Jahr 2015 in Sydney, Australien, ergab, dass individuelle und gezielte Trainingsprogramme ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen sein können. In einer 2013 in Psychology & Health veröffentlichten Studie zeigten zuvor inaktive Schwangere während eines vierwöchigen Trainingsinterventionsprogramms bedeutende Verbesserungen ihrer Gemütslage. Andere Studien haben gezeigt, dass körperliche Betätigung die Produktion chemischer Botenstoffe anregen kann, die das emotionale und mentale Wohlbefinden verbessern und zur Schmerzlinderung beitragen, Angst und Stress reduzieren, das Selbstvertrauen und die Selbstachtung erhöhen und die Stimmung verbessern.

 

 

Ärzte könnten Patienten mit Depressionen körperliche Betätigung verschreiben

Auch wenn Ärzte eher Antidepressiva verschreiben als Sport, zeigen diese Studien, wie wirksam Sport bei der Behandlung psychischer Erkrankungen sein kann.

Dementsprechend kam bereits im Jahr 2004 der oberste Gesundheitsbeamte Großbritanniens zu dem Schluss, dass Sport und körperliche Betätigung sowohl aufgrund ihrer vorbeugenden, als auch wegen ihrer therapeutischen Wirkungen bei Depressionen und Angstzuständen berücksichtigt werden könnten und sollten.

Und da selbst mäßige Fitness das Todesrisiko verringert, weist Mei Sui, Forschungsleiterin der oben genannten Studie der Universität South Carolina, darauf hin, dass die Verschreibung von Training an Personen mit psychischen Krankheiten wie Depressionen und Angstzustände frühzeitige Todesfälle drastisch reduzieren könnte. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, körperliche Betätigung zu fördern, um eine gesunde Herz-Kreislauf-Fitness bei Menschen mit emotionalen Leiden aufrechtzuerhalten“, sagt sie.

Sportliche Betätigung verbessert den mentalen Zustand

Personen, die an Depressionen, Angstzuständen oder anderen Formen schwerer mentaler Erkrankungen leiden, sollten natürlich auch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und ohne Rücksprache mit ihrem Arzt keine Medikamente absetzen.

Dennoch, ob zusätzlich zu Medikamenten oder als Alternative dazu, deuten sämtliche Erkenntnisse auf eine bedeutende Rolle des Sports hin, sowohl bei der Behandlung mentaler Erkrankungen als auch zur Vorbeugung.

Und für alle, die sich nach einem langen Arbeitstag einfach ein bisschen träge fühlen, macht der Endorphinschub – die beim Training freigesetzten „Glückshormone“ – den Abstecher ins Fitnessstudio so angenehm.


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